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“Welt-Kaffee-Tag”: Ein Getränk erobert die Welt

Kaffee ist nicht nur ein schwarzes Getränk mit über 1.000 Inhaltsstoffen. Kaffee ist Lifestyle und beständiger Begleiter durch den Tag, der schmerzlich vermisst wird, wenn er gerade ausgegangen ist. Gleichwohl gibt es beim Kaffee große Unterschiede. Von der Bohne über die Verarbeitung bis hin zur Zubereitung und den Genuss gibt es weltweit unzählige Varianten.

Kein Wunder also, dass dieser Frucht ein Gedenktag gewidmet wurde. Denn tatsächlich ist Kaffee gar keine Bohne, sondern der Kern einer Steinfrucht, die als Kaffeebeere oder Kaffeekirsche bezeichnet wird. Aber auch wir wollen aus dem Bohnenkaffee keinen Fruchtkaffee machen, sondern Wissenswertes rund um das Thema berichten. LAL Sprachreisen hat überprüft, wie beliebt Kaffee weltweit ist, welche verschiedenen Arten der Zubereitung es gibt und wie hoch die Preise in unterschiedlichen Ländern und in deutschen Städten sind. Denn schließlich ist am 1. Oktober wieder “Tag des Kaffees”.

Unseren Pro-Kopf-Konsum von Kaffee während des Schreibens des Artikels haben wir zwar nicht dokumentiert, aber man hätte durchaus von finnischen Verhältnissen sprechen können. Denn im hohen Norden wird europaweit mit Abstand der meiste Kaffee getrunken – rund 10,4 kg verbraucht jeder Finne durchschnittlich pro Jahr, das entspricht 1.300 Tassen Kaffee. Vielleicht, weil es dort oft und lange dunkel und der Kaffee als Wachmacher unentbehrlich ist?

Dass Kaffee nicht wirklich wach macht, wissen wir zwar schon lange, aber er treibt an, steigert die gute Laune und verbessert die Konzentration. Also genau das, was wir brauchten, um dem Kaffee durch umfangreiche Recherchen auf die Spur zu kommen.

Kaffee weltweit – Konsum, Zubereitung und Preise

Uns hat interessiert, wie viel Kaffee weltweit konsumiert wird, welche Zubereitungsmethoden es gibt und wie viel Kaffee in unterschiedlichen Ländern kostet. Dass Kaffee sehr beliebt ist und viel getrunken wird, war uns schon vorher klar. Dass er aber neben Rohöl zu den weltweit meist gehandelten Waren gehört, hat uns überrascht. Im Ranking der wichtigsten Handelsgüter liegt Kaffee noch vor Weizen und Mais.

Mehr als zwei Milliarden Tassen Kaffee werden weltweit täglich konsumiert. Wir wollten wissen: Wie wird Kaffee in den verschiedenen Ländern zubereitet und getrunken und hat er überhaupt in allen Ländern einen so hohen Stellenwert wie bei uns?

Kaffeekonsum in Europa und Nordamerika

Platz Land kg
1 Finnland 10,35
2 Niederlande 9,58
3 Schweden 9,4
4 Dänemark 8,16
5 Norwegen 7,76
6 Österreich 7,33
7 Italien 6,69
8 Deutschland 6,65
9 Estland 6,48
10 Schweiz 6,31
11 Tschechien 5,01
12 Irland 4,88
13 Frankreich 4,8
14 Slowakei 4,73
15 Slowenien 4,73
16 Griechenland 4,52
17 Portugal 4,5
18 USA 4,43
19 Litauen 4,4
20 Spanien 4,25
21 Kroatien 4,15
22 Belgien 4,06
23 Ungarn 3,67
24 Polen 3,65
25 Großbritannien 3,61
26 Bulgarien 3,33
27 Lettland 3,19
28 Kanada 3,06
29 Rumänien 2,51


Quelle: Statista; Prognose für 2017

Europa: Nord-Süd-Gefälle beim Kaffeekonsum

Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato: Italien gilt als das Kaffeeland schlechthin. Aber wird in Italien wirklich so viel Kaffee getrunken? Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von knapp 7 kg liegt Italien nur knapp vor Deutschland im oberen Mittelfeld. Eindeutige Spitzenreiter sind die Finnen mit etwa 10,4 kg, gefolgt von den Niederländern (9,6 kg) und den Schweden (9,4 kg).

Die Briten, die für ihre gediegene Tea Time bekannt sind, verbrauchen nur 3,6 kg, was sicher daran liegt, dass in Großbritannien Tee einen hohen Stellenwert genießt. Wer jetzt denkt, dass dort möglicherweise der weltweit höchste Teeverbrauch zu verzeichnen ist, der irrt sich. Den haben die Ostfriesen mit 300 Litern pro Kopf und Jahr, womit sie fast doppelt so viel Tee trinken wie durchschnittlich Kaffee in Deutschland konsumiert wird. Das sind um die 160 Liter Kaffee pro Kopf und damit sogar etwas mehr als der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch an Mineralwasser.

Europaweit liegen vor allem die Länder des Balkans auf den hinteren Rängen. Etwa Bulgarien mit 3,3 kg und Rumänien mit 2,4 kg. Auch dort ist Tee als Alternative zum Kaffee sehr beliebt.

Verteilung des Kaffeekonsums nach Kontinenten

Europa ist weltweit die Nummer Eins beim Kaffeekonsum. Der Anteil liegt bei beeindruckenden 32,8 Prozent, gefolgt von Asien und Ozeanien (21,9 Prozent), Nordamerika (18,7 Prozent), Südamerika (16,1 Prozent), Afrika (7,2 Prozent) und Mittelamerika (3,3 Prozent).

Mit 4,43 kg ist der Pro-Kopf-Konsum von Kaffee in den USA nicht einmal halb so groß wie in Finnland, in Kanada sind es sogar nur 3,06 kg. Abgeschlagen auf den letzten Rängen liegen Indien und China mit nur 0,1 kg bzw. 0,05 kg Kaffee pro Kopf und Jahr.

Andere Länder, andere (Kaffee-)Sitten

Wer in andere Länder reist, kann nicht nur fremde Kulturen erleben und neue Sprachen lernen, sondern durchaus auch auf außergewöhnliche Bräuche stoßen, wie dort der Kaffee zubereitet wird. Wobei der in Deutschland immer noch sehr beliebte Filterkaffee ebenfalls zu den außergewöhnlichen Zubereitungsarten gehört.

Italien hat mit Cappuccino, Latte Macchiato und Espresso weltweit Maßstäbe des modernen Kaffeetrinkens gesetzt. Der Espresso Romano ist weitaus weniger bekannt. Bei dieser Variante reibt man entweder den Tassenrand mit einer Zitrone ein oder die Zitronenscheibe wird direkt in den Kaffee getan.

Auch der französische Café au Lait (Milchkaffee) ist zu einer internationalen Kaffeespezialität geworden. Ganz im Gegensatz zum Lieblingskaffee der Finnen, dem Kaffeost. Diese legen sich gerne ein Stück Käse (Juustoleipä oder Kaffeost) aus Kuh- oder Rentiermilch in ihre Kaffeetasse. Bevor der Käse entnommen und verzehrt wird, verleiht er dem Kaffee einen deftigen Geschmack.

In Äthiopien wird die Zubereitung und das Trinken des Kaffees zelebriert. Nachdem die Bohnen geröstet und mit einem Mörser zerkleinert werden, kocht man das Pulver mehrmals mit Wasser über offenem Feuer auf. Der Kaffee wird anschließend über teils mehrere Stunden getrunken, während man sich mit Freunden, Verwandten und Nachbarn über Neuigkeiten austauscht und angeregt unterhält.

Die Japaner verwenden viel Zeit darauf, aus dem Schaum von Sojamilch wahre Kunstwerke zu kreieren. Alle möglichen Figuren, teilweise sogar dreidimensional, zieren dann die Tasse Kaffee, die manchmal fast zu schade zum Trinken ist. Kreativ zeigt man sich auch in Thailand, wenn es um die Zubereitung von Kaffee geht. Für den Oilang Thai iced coffee werden neben Kaffee auch Weizen, Sesamsamen und Sojabohnen aufgekocht. Das Gemisch wird in ein Glas mit Eiswürfeln gefüllt und mit Zucker und gesüßter Kondensmilch serviert.

Dagegen ist der Irish Coffee (auf den man während einer Sprachreise nach Irland nicht verzichten sollte) mit einem Schuss irischem Whisky und einem Sahnehäubchen schon fast eine minimalistische Kaffeevariation. Genauso wie der Mokka, der vor allem in der Türkei und in den Ländern des Balkans typisch ist. Sowohl die Zubereitung als auch der Genuss bedürfen allerdings einiger Übung. Feinstes Mokkapulver und viel Zucker werden mit Wasser in einem Kupferkännchen aufgekocht, wobei die richtige Temperatur entscheidend ist. Der Kaffee wird dann samt Kaffeesatz in die Tasse gegossen. Der muss sich zunächst absetzen, bevor der geklärte Kaffee getrunken werden kann. Einfacher machen es sich die Griechen mit dem Café Frappé, der lediglich mit Nescafé und kaltem Wasser zubereitet wird.

Ebenfalls beliebt und sehr einfach gehalten ist der Café Cubano, auch bekannt als kubanischer Espresso oder Cafecito. Diese Spezialität aus Kuba, die man unbedingt im nächsten Urlaub oder auf einer Sprachreise nach Kuba probieren sollte, wird aus Espresso und braunem Rohrzucker hergestellt. Mitunter wird er auch verwendet, um café con leche (Milchkaffee) zuzubereiten.

Kaffeepreise im Vergleich

Ähnlich wie die Vorlieben im Geschmack und bei der Zubereitung des schwarzen Muntermachers unterscheiden sich auch die Preise für Kaffee im weltweiten Vergleich teilweise enorm. Besonders deutlich werden die Preisunterschiede beim Blick auf die Preistafeln der Kaffee-Kette Starbucks, weil die angebotenen Produkte identisch sind. So kostet ein Americano („gestreckter“ Espresso mit mehr Wasser) in Warschau nur 2,08 Euro, während Kunden in Berlin bereits 2,75 Euro zahlen. Deutlich teurer wird es in Kopenhagen mit 2,89 Euro und Spitzenreiter ist Bern mit 5,02 Euro.

Einen ähnlichen Vergleich gibt es auch von Numbeo, bei dem die Preise für eine Tasse Cappuccino in verschiedenen europäischen Ländern und in deutschen Städten miteinander verglichen wurden. Dabei zeigt sich, dass Preisunterschiede einerseits im Ländervergleich, andererseits aber auch regional sehr deutlich sein können.

Kaffeepreise im Vergleich

Land Preis* Deutsche Städte Preis*
Portugal 1,22 € Mannheim 2,27 €
Italien 1,34 € Bremen 2,28 €
Russland** 1,51 € Leipzig 2,39 €
Spanien 1,54 € Wiesbaden 2,40 €
Slowakei 1,60 € Köln 2,46 €
Malta 1,83 € Braunschweig 2,46 €
Polen** 1,83 € Dortmund 2,50 €
Litauen 1,99 € Duisburg 2,50 €
Estland 2,30 € Bochum 2,50 €
Frankreich 2,62 € Wuppertal 2,55 €
Niederlande 2,63 € Düsseldorf 2,56 €
Deutschland 2,65 € Stuttgart 2,59 €
Australien** 2,65 € Bonn 2,65 €
Belgien 2,70 € Frankfurt 2,68 €
Irland 2,89 € Berlin 2,69 €
Österreich 2,91 € Hamburg 2,69 €
Griechenland 2,91 € Bielefeld 2,75 €
Zypern 3,00 € Münster 2,75 €
Luxemburg 3,07 € Augsburg 2,76 €
Schweden** 3,29 € Karlsruhe 2,79 €
Finnland 3,36 € Hannover 2,83 €
USA** 3,42 € Nürnberg 2,84 €
Norwegen** 3,97 € Dresden 2,92 €
Schweiz** 4,04 € München 2,95 €
Dänemark** 4,61 € Essen 2,98 €

* Preis pro Tasse Cappuccino in einem Restaurant, 2017
** Preise in Euro umgerechnet, Stand: 11.09.2018
Quellen: Numbeo Doo

Spannend ist der Blick an die Spitze. Wie beim Kaffeekonsum belegt Finnland unter den Euro-Ländern auch bei den Preisen die erste Position. 3,36 Euro kostet eine Tasse Cappuccino durchschnittlich in einem finnischen Restaurant, dicht gefolgt von Luxemburg mit 3,07 Euro und Zypern mit 3 Euro. Mit 2,65 Euro liegt Deutschland im Mittelfeld, muss sich allerdings knapp den Niederlanden (2,63 Euro) geschlagen geben. Besonders preiswert ist eine Tasse Milchkaffee in Portugal mit 1,22 Euro und in seiner italienischen Heimat kostet ein Cappuccino nur 1,34 Euro. Unter den Nicht-Euro-Ländern liegt Dänemark mit umgerechnet 4,61 Euro an der Spitze.

Auch innerhalb Deutschlands gibt es große Unterschiede. Spitzenreiter bei den höchsten Kaffeepreisen ist Essen mit 2,98 Euro, gefolgt von München mit 2,95 Euro vor Dresden (2,92 Euro) und Nürnberg (2,84 Euro). Berlin bleibt noch knapp im unteren Mittelfeld der Tabelle und belegt mit 2,69 Euro den 15. Platz. Mit nur 2,27 Euro ist eine Tasse Cappuccino in Mannheim am günstigsten.

Es darf etwas ausgefallener sein? Dann wäre vielleicht der Kaffee Kopi Luwak eine Überlegung wert. Mit 295 Euro je 1.000 Gramm ist er ausgesprochen hochpreisig, dafür gehört diese Sorte zu den exklusivsten weltweit. Die Kaffeespezialität aus Indonesien ist auch als Katzenkaffee bekannt und macht bereits mit dem Zusatz „von frei lebenden Tieren“ stutzig. Denn bevor die Bohnen in den Handel kommen, durchlaufen sie einmal den Verdauungstrakt einer Katze, wodurch ein besonderes Aroma entstehen soll. In Anbetracht dieser Tatsache und wegen des hohen Preises ist der Katzenkaffee wohl eher etwas für Kenner und Liebhaber.

Dass die Preise auch für „normalen“ Kaffee teils unverschämt hoch sein können, musste jüngst ein Tourist in Venedig feststellen. Für zwei Tassen Kaffee und zwei Gläser Wasser sollte er 43 Euro bezahlen – stolze 11,50 Euro für einen Espresso. Deshalb: Im Urlaub, und besonders in Touristenzentren, sollte man immer erst in die Karte schauen, bevor man etwas bestellt.

Wie Kaffee die Welt eroberte

Über den Ursprung und die Entdeckung von Kaffee als Getränk und Genussmittel gibt es heute verschiedene Mythen und Legenden. Nach gängiger Meinung wird jedoch angenommen, dass ein junger Hirte aus dem Kaiserreich Abessinien in Ostafrika, heute ein Gebiet in den Staaten Äthiopien und Eritrea, zuerst die Früchte kostete und eine belebende Wirkung feststellte. Zuvor sollen Hirten aus dem Königreich Kaffa, heute ebenfalls Äthiopien, sich bei den Mönchen eines Klosters darüber beschwert haben, dass ihre Ziegen nachts nicht schlafen konnten, wenn die Tiere von einem Strauch mit weißen Blüten und roten Früchten gefressen hatten.

Demnach wird die Region Kaffa als Ursprungsgebiet des Kaffees angesehen – die erste schriftliche Erwähnung findet sich im 9. Jahrhundert. Es sollte aber noch 500 Jahre dauern, bis der Kaffee seinen Weg nach Arabien fand, wo der Kaffeeanbau lange Zeit eine Monopolstellung besaß. Gehandelt wurde der Kaffee in der Hafenstadt Mocha bzw. Mokka (heute al-Mukha im Jemen) – daher auch die Bezeichnung für das beliebte Heißgetränk. In Europa wird Kaffee seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts getrunken, war aufgrund hoher Preise aber lange Zeit der gesellschaftlichen Oberschicht vorbehalten.

Das Wort „Kaffee“ hat seinen Ursprung im arabischen qahwa, mit dem neben Kaffee auch Wein bezeichnet wird. Über die türkische Bezeichnung kahve, das italienische caffé und das französische café gelangte der Begriff Coffee in den deutschen und anglikanischen Sprachraum. Es wurde zunächst in beiden Regionen verwendet, bis sich in Deutschland in Anlehnung an die französische Aussprache im 18. Jahrhundert die Bezeichnung „Kaffee“ durchsetzte.

Die beliebtesten Kaffeesorten

Trotz der Vielfalt an Kaffeevariationen gibt es nur drei ursprüngliche Kaffeesorten. Durch das Mischen und die unterschiedlichen Methoden der Zubereitung entstehen die weltweit fast unzähligen Kaffeespezialitäten.

Arabica

Die Arabica-Pflanze kommt aus Äthiopien und dem Jemen, wird aber mittlerweile auch in anderen Ländern angebaut. Sie ist die edelste Kaffeesorte und macht etwa drei Viertel der weltweiten Kaffeeernte aus.

Coffea Liberica und Coffea Canephora (Robusta)

Beide Kaffeesorten sind robuster als die Arabica und bringen einen höheren Ertrag. Allerdings ist die Qualität der Bohnen geringer als bei der Arabica-Pflanze. Werden die Kaffeesorten gemischt, entscheidet meist der Anteil der Arabica-Bohnen über die Qualität des Kaffees.

Kaffee und Gesundheit

Kaffee wird heute mit einer großen Selbstverständlichkeit getrunken, der Weg dorthin dauerte allerdings lang. Selbst im arabischen Raum war das Getränk teilweise umstritten und wurde zeitweise verboten. In Europa und vor allem in Deutschland galt Kaffee lange Zeit als moralisch gefährdend. Bis heute halten sich Behauptungen und Vorurteile, Kaffee mache süchtig und krank oder entziehe dem Körper Wasser. Aber stimmt das überhaupt?

Macht Kaffee süchtig?

Zahlreiche medizinische Studien haben bewiesen, dass Kaffee nicht süchtig macht. Zwar kann hochdosiertes Koffein abhängig machen, die Konzentration im Kaffee ist dafür allerdings zu gering. Durchschnittlich enthalten 100 ml Kaffee 40 bis 80 mg Koffein. Der Spitzenreiter ist der bei den Deutschen so beliebte Filterkaffee, denn im Gegensatz zum Espresso hat das Wasser besonders lange Kontakt mit dem Kaffeepulver und nimmt deshalb mehr Koffein auf.

Wirkung von Kaffee auf Magen und Nervensystem

Wahr ist dagegen, dass Kaffee den Magen reizen kann. Das liegt allerdings weniger am Kaffee als vielmehr an der Röstung. Wird Kaffee nur kurz und bei hoher Temperatur geröstet, bilden sich Bitterstoffe, wodurch die Magenschleimhaut angegriffen wird. Diese Methode kommt meist bei billigem, qualitativ minderwertigem Kaffee zum Einsatz. Deshalb lohnt es sich, etwas mehr Geld auszugeben und hochwertigen Kaffee zu kaufen, der länger bei einer niedrigeren Temperatur geröstet wurde – er ist bekömmlicher und schmeckt besser.

Koffein hat eine anregende Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Es blockiert Rezeptoren für den Botenstoff Adenosin. Dieser Botenstoff soll das Gehirn vor Überlastung schützen, indem es Müdigkeit hervorruft. Durch das Blockieren der Rezeptoren mittels Koffein wird diese Schutzfunktion gehemmt, wodurch ein längeres, ermüdungsfreies Arbeiten möglich ist. Wir fühlen uns weiterhin munter und können uns besser konzentrieren.

Was Kaffee über die Persönlichkeit aussagt

Kaffee ist Kult. Er ist aus unserem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Möchte man sich kennen lernen, geht man zunächst einen Kaffee trinken und im Büro trifft man sich in der Pause gemeinsam mit Kollegen in der Kaffeeküche. Kaffee ist Muße, Gemütlichkeit, Gemeinsamkeit und ein Produkt, um das ein umfangreicher Markt entstanden ist. Die richtigen Bohnen, die perfekte Röstung, die beste Kaffeemaschine: das ist (Kaffee-)Philosophie. Die türkische Kaffeekultur und die Zubereitung des Mokka gehören sogar zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe, die typischen Wiener Kaffeehäuser stehen ebenfalls auf der Liste.

Wie die Gesellschaft ist auch der Kaffee einem ständigen Wandel unterworfen. Gab es beispielsweise in Deutschland bis in die 1970er Jahre „draußen nur Kännchen“, erhält man heute an jedem Kiosk Coffee to go. Einst den Reichen vorbehalten, dann Volksgetränk, wandelt sich der Kaffee heute wieder zu einem Luxusprodukt, für das Preise bezahlt werden wie für Spitzenweine. Kaffee ist Lifestyle und Bekenntnis. Manche sind auf der Suche nach der besten Bohne, für andere spielt Fairtrade auch beim Kaffeekonsum eine immer größere Rolle. Doch eines ist klar: Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren stark diversifiziert und bietet für fast jeden Kunden das passende Produkt.

Und so spielt es auch keine große Rolle, dass der 1. Oktober kein echter „Weltkaffeetag“ der Vereinten Nationen ist, sondern vielmehr ein Marketing-Erfolg der Kaffeeindustrie. In Deutschland wird seit 2006 der „Tag des Kaffees“ ausgerichtet. In den USA gibt es den „National Coffee Day“ seit 2005. Offiziell ist der 1. Oktober der „Weltseniorentag“ – der ideale Tag, um mit den Eltern und Großeltern zusammen zu kommen und gemeinsam eine gute Tasse Kaffee zu trinken.

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