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Weihnachten weltweit – Teil 3 von 3

Teil 3: Weihnachten in der restlichen LAL Sprachreisewelt

Weihnachten in China, Indien und Japan

Wusstet ihr, dass die Chinesen ihren Weihnachtsmann Sheng Dan Lao Ren nennen, was übersetzt „der alte Mann, der zu Weihnachten kommt“ heißt?

Sheng Dan bedeutet „Weihnachten“ und Lao Ren hat nichts mit den Rentieren des Weihnachtsmannes zu tun, sondern bedeutet so viel wie „alter Mann“. Obwohl China kein christliches Land ist, zeigen die Chinesen seit ein paar Jahren ein wachsendes Interesse an den westlichen Weihnachtsbräuchen.

Und im benachbarten Indien gibt es ein ganz besonderes Geschenk: Die Zitrone. Sie gilt bei den Indern als Glückssymbol. An Weihnachten schenkt die Familie dem Haushalts- bzw. Familienoberhaupt deshalb zum Zeichen der Verehrung eine Zitrone mit den besten Wünschen für Erfolg und Glück. Und statt einen Weihnachtsbaum schmücken die Inder Palmen, Mangobäume oder Bananenstauden.


In Japan ist Heilig Abend ein kommerzialisierter Tag wie Halloween oder der Valentinstag und kein Feiertag. An Weihnachten treffen sich Paare und Freunde und feiern Partys. Wichtiger ist hier der Jahreswechsel,der der Familie gewidmet ist. Der 31. Dezember ist dem Heiligen Abend sehr ähnlich: ein besinnliches Familienfest mit typischen Gerichten wie Toshi-koshi Soba, langen „Jahreswechsel-Nudeln“ aus Buchweizen, die ein langes Leben versprechen – und mit Geschenken. Diese Jahresendgeschenke heißen O-seibo und bestehen vor allem aus einem Geldschein. Abends spaziert man gemeinsam zu den buddhistischen Tempeln, wo die Joya-no-kane (Silvesterglocken) das alte Jahr ausläuten: Sie schlagen 108-mal – für die 108 Leidenschaften, die ein Mensch bis zur Erleuchtung überwinden muss.

Väterchen Frost und seine Helfer – Weihnachten in Russland

Hier bringt nicht etwa das Christkind oder der Weihnachtsmann die Geschenke, sondern Väterchen Frost mit seinen Helfern „Schneeflocke“, einem Mädchen und einem Jungen namens „Neujahr“. Die Russen empfangen das Trio mit Musik und einem mit Herzen verzierten Kuchen. Jedes Herz symbolisiert einen erfüllten Traum. Weihnachten wird in Russland allerdings erst am 6. Januar gefeiert, denn laut dem in Russland verwendeten Julianischen Kalender fällt der Weihnachtsabend nicht auf den 24. Dezember, sondern auf den 6. Januar.

„Natale con i tuoi“ – Das Weihnachtsfest in Italien

Christkind, Weihnachtsmann, Nikolaus – sie bringen normalerweise die Geschenke. In Teilen Italiens macht das hingegen traditionell eine Hexe – natürlich auf dem Besen. Befana kommt am 6. Januar. Die etwas verwirrte Gestalt hat den Weg nach Betlehem nicht gefunden. Viele Familien beschenken sich allerdings zusätzlich an Heilig Abend – es gibt also gleich zweimal eine Bescherung. Zur Freude der Kinder.

Christkind oder Weihnachtsmann? Wer ist weltweit beliebter?

Christkind und Nikolaus gehören zum katholischen Weihnachten. Ursprünglich waren sie aber Konkurrenten. Während der Reformation wollten die Protestanten keine heiligen Geschenkebringer. Deshalb erfanden sie die Kunstfigur Christkind. Diese kam super an – aber bei den Katholiken. Bei den Protestanten eher weniger. Bei ihnen hat sich eine andere Figur durchgesetzt: der Weihnachtsmann. Heute ist er weltweit am populärsten.

1 Kommentar

  1. Jasmin

    6. Januar 2017 - 14:04

    Der Artikel ist zwar schon etwas älter, hat aber an Aktualität nichts eingebüßt. Auch im Zusammenhang mit der vermehrten Multikulti gesellschaft bringt das ganze natürlich so einiges wieder in ein ganz anderes Licht. Es ist schön über verschiedene Bräuche anderer Kulturen zu lesen