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Nikolaus steht vor der Türe

Weihnachten ist die schönste Zeit des Jahres. Darüber sind sich die meisten auf jeden Fall einig.

Das Plätzchenbacken, die Weihnachtsmärkte (Christkindlmarkt bei uns in Bayern genannt) besuchen, Tee trinken mit der Familie oder der besseren Hälfte während es draußen schneit, ist das worauf sich die Meisten freuen. Und vor allem die Kinder (oder auch die Erwachsene) freuen sich auf den Nikolaus, der Geschenke vorbeibringt. Oder war es doch Schokolade? Und füllt er eigentlich Schuhe oder Socken? Hauptsache ist doch, dass er pünktlich ankommt auf seinem Schlitten, gezogen von seinen treuen Rentieren. War es aber auch ein Esel auf dem er von Haus zu Haus reitet? Oder sogar ein Dampfschiff mit dem er von Spanien kommt?

Und wann kommt er denn überhaupt? Am 5. Dezember? Am 6.? Oder am 24.? Das hängt davon ab, wen Sie fragen:

Holland

Nikolaus heißt bei unseren Nachbarn Sinterklaas, woraus in den U.S.A. im Laufe der Jahre Santa Claus wurde, aufgrund der großen Anzahl holländischer Einwanderer.

In Holland verzichtet er auf seine amerikanische Zipfelmütze und kleidet sich gern päpstlich. Er kommt auch nicht vom kalten Nordpol mithilfe seines Schlittens, sondern sticht Mitte November vom warmen Spanien aus in seinem Dampfboot in See. Nach seiner Ankunft in Holland am 6. Dezember, schwingt er sich auf sein weißes fliegendes Pferd und verteilt Geschenke. Als Gegenleistung wird von den Kindern erwartet, dass sie ein Schuh vor die Tür stellen mit einer Karotte und etwas Heu für Sinterklaas‘ fliegenden Schimmel. Es wird groß gefeiert: Paraden, Feste und Feiern gehören am 6. Dezember zur Tagesordnung. Selbstverständlich gibt es am Abend ein Festessen mit der Familie. Traditionell wird ein Letterbanket mit heißer Schokolade genossen. Das ist ein Kuchen in Form der Initiale des Familiennamens.

Und was passiert mit den unartigen Kindern? Diese werden im wahrsten Sinne des Wortes eingesackt und nach Spanien mitgenommen.

Schweden

Bis in die 1970er/1980er hinein lieferte eine Ziege namens Julbock am 13 Dezember die Geschenke. Wieso eine Ziege? Weil sie den Wagen des Thor zog. Jedoch hat sich im Laufe der Jahre viel geändert. Heutzutage macht es der schwedische Nikolaus Tomte, ein Gnom mit Bart und rot gekleidet der im Fußboden wohnt.

Meist verkleidet sich ein Familienfreund oder –angehöriger und verteilt Geschenke am 6. Dezember. Bei der Übergabe werden kleine Rätsel aufgesagt welche einen Hinweis darauf geben, was die Überraschung sein könnte. Erst nachdem die Rätsel gelöst wurden, dürfen die Geschenke geöffnet werden.

Nicht oder nur wenig hat sich der Ablauf vor der Bescherung geändert: Im Kreis der Familie werden Spezialitäten wie Lutefisk (in Lauge eingelegter Karpfen), Pepparkakor (Pfefferkuchen) oder Risgryngrot (Milchreis) genossen.

Mit den Weihnachtsbäumen lässt man sich hier Zeit: Erst ein oder zwei Tage vor Weihnachten werden die Fichten aufgestellt und dekoriert.

Walnüsse Bild
Allerlei Leckereien bringt der Nikolaus auch dieses Jahr wieder

 

Japan

Meri Kurisumasu!

So sagt wünscht man dem Nachbarn eine fröhliche Weihnacht in Japan.

Von wem die Japaner die Weihnachtsbräuche aufgenommen haben, ist sehr leicht zu erraten, wenn man „Meri Kurisumasu“ mit „Merry Christmas“ vergleicht…

Der Nikolaus wird hier Hotei-osho genannt und sieht aus wie ein Buddha in roter Kleidung. Hier hat er auch Augen im Hinterkopf, sodass er immer sieht ob sich Kinder benehmen oder nicht. Zu den Weihnachtstraditionen gehört das Essen von Kentucky Fried Chicken und Schokoladenkuchen mit Erdbeersahne.

Es wird auch nicht als Familientag gesehen, sondern ein Tag um Gutes zu tun und sich zu bilden: Man hilft in Krankenhäusern oder Schulen aus, in Schulen wird gesungen oder es werden Theaterstücke aufgeführt. Weihnachten ist für Pärchen ebenfalls das, was für uns Valentinstag ist: Man geht aus, macht romantische Spaziergänge unter der Weihnachtsbeleuchtung und geht schick essen. Während der Weihnachtszeit ist es schwer, ohne Reservierung in Restaurants einen Platz zu kriegen.

Zimbabwe

Der Nikolaus ist hier ein Frühaufsteher. Bereits vor der Weihnachtsmesse, welche in der Regel am 24. Dezember um 9.00 anfängt, muss ein Freund oder Verwandter die uns bekannte rote Hose, Jacke und natürlich Rauschebart anziehen und Geschenke verteilen. Auf dem Weg zurück von der Messe ist es Pflicht alle Freunde und Familienangehörige, an deren Häuser man vorbeigeht, zu besuchen. Dabei werden Geschenke ausgetauscht und es wird gefeiert. Das kann schon mal den ganzen Tag dauern!

Noch dazu werden die Stereoanlagen an die Fenster gestellt und Weihnachtslieder abgespielt. Oder auch afrikanische Musik oder Popmusik. Das sieht hier keiner so streng!

Oft wird nur das Wohnzimmer mit Efeu dekoriert. Die uns bekannten Weihnachtsbäume trifft man selten an.

In Zimbabwe ist Hähnchen sehr teuer und wird daher oft nur zur Weihnachtszeit mit Reis gegessen.

USA

Aufgrund der vielen verschiedenen kulturellen Hintergründe welche die USA ausmachen, gibt es von Region zu Region unterschiedliche Traditionen.

Bei Familien deren Vorfahren aus Westeuropa stammen, sind Truthahn oder Schinken und Cranberrysauce selbstverständlich. Für Familien aus Osteuropa stehen Truthahn mit Trimmings, also Beilagen, im Speißeplan mit Kohl, polnische Wurstspezialitäten und Suppen.

Hier kommt Santa Claus am 24. Dezember nachts, während alle schlafen, im Schlitten, gezogen von seinen 9 Rentieren Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Blitzen & nicht zu vergessen Rudolph mit seiner roten Nase. Die Geschenke werden erst am nächsten Morgen geöffnet.

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