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Der Karneval der Welten

Pfannkuchen werden in Russland serviert:

Auch in Russland feiern die Menschen Karneval. Dort nennen sich die Festlichkeiten in der Fastnachtswoche Maslenitsa – was übersetzt so viel wie “Butterwoche” bedeutet. In vergangenen Zeiten kamen an diesen Tagen hauptsächlich Milchprodukte auf den Tisch, die für die anstehenden Tage kräftigen sollten. Doch auch heute noch werden auf Jahrmärkten sieben Tage lang heiße Pfannkuchen, die sogenannten Blini, als Symbol der Sonne gereicht; dazu kommen Honig, Kaviar und Wodka.

Eine spektakuläre Mischung. Zu russischer Volksmusik feiern die Einwohner bis tief in die Nacht und messen sich in sportlichen Wettkämpfen – sie klettern etwa an Pfählen um die Wette oder kämpfen mit gepolsterten Handschuhen. Höhepunkt der Feierlichkeiten bildet der Sonntag, der den Namen “Tag der Vergebung” trägt, laut eines Berichtes eines Online Magazins. An diesem Tag bitten gläubige Menschen um Entschuldigung und verzeihen einander. Kinder basteln eine große Maslenitsa-Puppe, die geschminkt und geschmückt wird. Sie symbolisiert den Winter und wird in großer Vorfreude auf den kommenden Frühling am Ende der Woche in einem großen Festakt verbrannt.

Masken

Mardi Gras in den USA: Ein Spektakel der Extraklasse

Eine der bekanntesten Veranstaltungen zum Thema Karneval in anderen Ländern ist Mardi Gras in den USA. Die Bezeichnung stammt aus dem Französischen und hat einen religiösen Ursprung. Bevor die Christen vor Ostern in die 40-tägige Fastenzeit übergingen, war es wichtig noch einmal Kräfte zu sammeln in der sogenannten “Woche der sieben fetten Tage”. Hier wurden zur Vorbereitung nochmal viele “fette Nahrungsmittel” verzehrt. Der Karnevalsdienstag “Mardi Gras” (“Fetter Dienstag”) schloss diese Woche ab. Inzwischen wird der Begriff in den USA stellvertretend für alle Faschingsfeste, die zwischen dem 11. November und Aschermittwoch stattfinden, verwendet – besonders im Süden der Vereinigten Staaten. So ist vor allem New Orleans dafür bekannt, dass dort bunte Perlenketten mit Schmuck aus Plastik oder Münzen von den Umzugswagen in die Menschenmengen geworfen werden. Obwohl diese “Trophäen” wertlos sind, erfreuen sie sich während der Feiern großer Beliebtheit. Traditionell wird ein Königskuchen (“King Cake”) mit Kaffee, Zimt, Beeren und Sahne gegessen. In vielen Kuchen ist eine kleine Figur versteckt – wer diese in seinem Kuchenstück findet, muss beispielsweise für den nächsten Tag den Kuchen kaufen. Der Kuchen wird häufig mit Speisefarbe in den Farben des Mardi Gras violett, grün und gold eingefärbt. So wird auch das Kuchenessen zu einem bunten Spektakel.

Rodelvergnügen: Faschingsdienstag in Finnland

Man feiert in Finnland zwar keinen Karneval mit Paraden, Kostümen oder speziellen Gerichten, dennoch werden jedes Jahr am Faschingssonntag, Rosenmontag und Faschingsdienstag traditionelle Dinge gemacht. Den Höhepunkt bildet der Faschingsdienstag, auch “Laskiainen” genannt. Besonders in der Hauptstadt Helsinki dreht sich alles um das Rodeln auf den hölzernen Gefährten. Denn: Ein alter Aberglaube in Finnland besagt, dass sich durch ausgiebiges Schlittenfahren die Ernte des kommenden Jahres steigern ließe. Besonders von Studenten werden dafür häufig recht aufwändige, teils kuriose, selbstkonstruierte Gefährte benutzt.

Kuriose Bräuche beim Karneval auf der ganzen Welt

Beim Karneval in den anderen Ländern wird schnell deutlich, wie unterschiedlich die weltweiten Bräuche und Traditionen sind. “The Greatest Show on Earth” nennen die Einwohner von Trinidad und Tobago die fünf Wochen nach Weihnachten, in denen die fünfte Jahreszeit so ausgiebig gefeiert wird. Eine sehr treffende Beschreibung wenn man die ganzen bunten Festivitäten und Kostüme einmal begutachtet. Am Rosenmontag tanzen die Insulaner erotische Tänze, trinken Rum und bemalen sich gegenseitig mit Schokolade, Schlamm und Öl. So sollen zumindest äußerlich alle Unterschiede zwischen Arm und Reich einmal im Jahr verwischt werden. Der Vorteil: Anfang Januar sind es auf der Insel durchschnittlich 30 Grad warm. Beim Karneval in Italien zeigt sich die Stadt Ivrea als eine Hochburg der komischen Bräuche: Dort kommt es alljährlich zu einer traditionellen Orangenschlacht. Der historische Karneval in Venedig “Carnevale di Venezia” ist berühmt für seine prunkvollen Masken, Tierkämpfe, Herkulesspiele und Feuerwerke. Er beginnt am 26. Dezember (Stefanitag) und geht bis Aschermittwoch. Auch in Florenz und Rom feiert man den Karneval ausgiebig mit bunt geschmückten Masken.

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