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Das DRD4-7R Gen – oder woher die Lust auf das Reisen kommt

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“.  Dieser Auffassung war der deutsche Dichter Matthias Claudius damals schon. Dabei scheiden sich hier die Geister. Es gibt die Einen, die ständig auf der Suche nach einem neuen Abenteuer sind, neue Orte sehen wollen und die stets das Fernweh plagt. Und dann gibt es die Couch Potatoes unter uns, die sich bestens zu Hause entspannen können und am liebsten ihr heimisches Umfeld nie verlassen möchten.

Reiselustige gelten als rastlose Gemüter, neugierig und immer auf der Suche nach neuen Erlebnissen. Das Größte für sie: Beim Reisen neue Destinationen und Kulturen entdecken, wenigstens für ein paar Wochen im Jahr etwas Neues sehen, lernen und dem Alltag entfliehen. Reisemuffeln dagegen gefällt es in den eigenen vier Wänden am besten. Die vertraute Umgebung verlassen – das finden sie anstrengend und sorgt für Unbehagen. Viel lieber bleiben sie im Urlaub zuhause und nutzen die freie Zeit, um den Gartenzaun neu zu streichen oder sich ihren Lieblingsbüchern zu widmen.

Für diejenigen unter uns, die jedoch das Reisefieber immer wieder packt, gibt es nun eine wissenschaftliche Erklärung für ihr Verhalten. Es liegt in unseren Genen. Genauer gesagt in einem Gen. Das DRD4-7R. Dieses Gen ist eine Mutationsform des DRD4 Genes, das bei der Regulierung von Dopamin mitwirkt. Dopamin, als wichtiger chemischer Botenstoff, spielt neben dem Neurotransmitter Serotoninin in unserem Lern- und Belohnungszentrum des Gehirnes eine übergeordnete Rolle, wenn es um das positive Erleben geht.

Woher kommt die Lust zu reisen?Nach Forschungsaussagen sollen Menschen, die dieses Gen in sich tragen, häufiger ruhe- und rastlos sein, als solche ohne. Zudem sei ihre Risikobereitschaft und generelle Neugier stärker als bei anderen ausgeprägt.

Insgesamt sind es rund 20 Prozent der Bevölkerung, die dieses Gen in sich tragen. Doch woher haben es diese 20 Prozent?

David Dobbs, Autor des National Geographic, bezieht sich hierbei auf eine Studie der Universität Kalifornien, die 1999 bereits veröffentlicht wurde. Diese besagt, dass das Gen im Zusammenhang mit frühen menschlichen Wanderungsbewegungen steht. Demnach kommt das Gen bei Menschen mit Migrationshintergrund häufiger vor, als bei anderen.

Das betrifft vor allem Bevölkerungen, deren Vorfahren aus Afrika stammen und sich über die Jahrtausende auf verschiedene Kontinente ausgebreitet und etabliert haben. Des Weiteren gibt es Meinungen, die sagen, dass das Mutationsgen DRD4-7R sich eindeutig mit ADHS in Verbindung bringen lässt. Es wird vermutet, dass dieses Gen unseren Vorfahren dabei half eher rastlos und auf der Hut vor Raubtieren zu sein, was in nomadenhafte soziale Gruppierungen resultierte, als wir aus Afrika in die verschiedensten Teile der Erde migrierten.

Das Abenteurer-Gen DRD4-7R nun jedoch als einzigen Faktor für Entdeckerlust anzusehen, findet Genetiker Kenneth Kidd von der Yale Universität laut Dobbs zu einfach. Neben den grundsätzlichen Eigenschaften wie Neugier und Rastlosigkeit sei vor allem die physische Fähigkeit dazu entscheidend.

Reiselust - woher kommt sie?Und diese Fähigkeit hängt laut Yale-Genetiker James Noonan entscheidend von unseren Gliedmaßen und unserem Gehirn ab. Wenn wir uns diese Aussage genauer vor Augen führen, bedeutet das lediglich, dass anders als andere Spezies auf dieser Erde der Mensch über Beine verfügt, mit denen er lange Strecken zu Fuß zurücklegen kann, sowie über vielfältig einsetzbare und motorisch geschickte Hände. Das menschliche Gehirn sei beispielsweise zudem viel größer, als das von Menschenaffen und wesentlich leistungstärker.

Die große Mobilität und Unabhängigkeit, die wir dadurch erreichen und uns durch Forschung und Entwicklung nun zu Teil wird, außerordentliche Geschicklichkeit und die Vorstellungskraft des Gehirns seien die besten Voraussetzungen, um Reiselust und Forscherdrang zu entwickeln. Die meisten Abenteurer und Entdecker treiben dabei Fragen an, die praktischer Natur entspringen, wie „Gibt es einen kürzeren Weg nach Indien?“ oder „Kann ein Mensch auf dem Mond landen?“. Die Fähigkeit, sich solche Fragen zu stellen, entwickeln Menschen im Gegensatz zu Tieren bereits in der frühen Kindheit. Welche Frage treibt euch um ?

Ihr gehört zu denjenigen mit dem DRD4-7R Gen? Dann macht mit LAL eine aufregende Sprachreise!